Flacht an der Aar

Geschichte

Geschichte

Am 17. Februar 881 wurde in einer Urkunde der Abtei Prüm, (dort auch Wlattke genannt), erstmals eine Kirche in Flachta erwähnt.

Für die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Erklärungen. Eine davon führt den Namen auf die Lage des Ortes im „Flachen“ zurück. Eine andere leitet den Namen vom althochdeutschen Wort „flahta“ für Flechte in der Bedeutung „Geflochtenes, Zaun, Hürde“ und der damals gängigen Praxis, Zäune zum Schutz vor Eindringlingen und wilden Tieren zu bauen, ab. Eine weitere Erklärung führt die Herkunft des Namens auf das Wort „flak“ für Wasser zurück.

Im Mittelalter gehörte Flacht der Wald-Markgenossenschaft „Fuchsenhell“ an. Zudem war Flacht Mittelpunkt eines Kirchspiels, zu dem Niederneisen, Holzheim und Linter eingepfarrt waren.

Im 17. Jahrhundert kam Flacht an das Haus Nassau. 1806 wurden das Amt Diez und somit das Kirchspiel Flacht erstmals dem Herzogtum Nassau zugeordnet, von 1813 bis 1815 kam Flacht noch einmal kurz zu Nassau-Oranien zurück, um bis zu dessen Annexion durch Preußen 1866 wieder dem Herzogtum Nassau anzugehören. Von 1867 bis zu dessen Auflösung und der Bildung des Rhein-Lahn-Kreises gehörte Flacht zum Unterlahnkreis.

1835 wurde die erste Flachter Schule gebaut und 1902/03 mit einem Anbau erweitert. Der Schulbetrieb wurde zum Schuljahr 1973/74 nach Niederneisen verlegt. 1850 bekam der Ort drei Laufbrunnen, 1899 eine Wasserleitung. Die 1887 eingerichtete Poststelle bekam 1905 einen Telefonanschluss. 1900 wurde der Flachter Bahnhof erbaut, 1910 das Rathaus, 1939 das evangelische Gemeindehaus, 1949 der erste und 1980 ein neuer Sportplatz.

Die Einwohnerschaft entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1843: 545 Einwohner, 1927: 692 Einwohner, 1964: 863 Einwohner.

Die Universität Mainz hat im Rahmen eines Projektes für Rhein-Lahn eine Ortschronik für Flacht erstellt. Diese ist unter dem folgenden Link abrufbar.

Historischer Dorfbrunnen
Sommer 1974 oder 1975, Foto eingereicht von Rolf Böhme